EMMI erhält Zulassung als Benchmark Administrator für hybriden Euribor

Die belgische Finanzmarktaufsicht (FSMA) hat dem European Money Markets Institute (EMMI) am 02. Juli 2019 die Zulassung unter Artikel 34 der EU Benchmarkverordnung als Administrator für die als kritische Benchmark eingestuften Euribor gegeben. Das bedeutet, dass die FSMA die neue Hybridmethode, auf deren Basis der Euribor spätestens Ende 2019 von allen Panel-Banken ermittelt werden soll, als „robust, widerstandsfähig und transparent“ einschätzt.

Tagesgeldsatzes Eonia

Die weitere Administration des Tagesgeldsatzes Eonia, der aktuell von der EMMI veröffentlicht wird, ist von der Zulassung noch nicht umfasst. Das EMMI hat gegenüber der FSMA für September 2019 einen Antrag auf Zulassung als Eonia Administrator avisiert, wobei das EMMI schon bekanntgegeben hat, dass der Eonia ab dem 02. Oktober 2019 von dem von der EZB veröffentlichten €STR abgeleitet wird und nur noch bis zum 03. Januar 2022 ermittelt werden soll.

Die Zukunft des Euribors

Mit der Zulassung durch die FSMA kann der Euribor auch nach dem 01. Januar 2020 von den Marktteilnehmern weiterhin als Zinsbenchmark verwendet werden. Die grundsätzlichen Unsicherheiten bezüglich der langfristigen Zukunft des Euribors bleiben jedoch bestehen. Der Euribor soll nämlich die Kosten für kurzfristige unbesicherte Inter-Banken Refinanzierung messen, das tatsächliche Transaktionsvolumen spielt jedoch nur eine geringe Rolle bei der Ermittlung der Beiträge der Panel Banken, da die Banken ihre kurzfristige Refinanzierung zum Großteil über unbesicherte Tagesgelder (gemessen durch €STR) oder besicherte Repo-Geschäfte sicherstellen.

Der Euribor wird damit auch nach Einführung der hybriden Methode hauptsächlich auf internen Modellen der Panel Banken beruhen und somit eine größere Rolle als Benchmark für die Bepreisung von Derivaten und Unternehmenskrediten als in seiner eigentlichen Bestimmung spielen.

Das Euribor Panel

Gleichzeitig wird das Euribor Panel immer kleiner. So erhielt die National Bank of Greece von der FSMA die Genehmigung, ab 28. Mai 2019 nicht mehr am Euribor Panel teilzunehmen, so dass sich das Panel auf nunmehr 18 Banken verkleinert. Wenn die FSMA bei weiteren Austrittsgesuchen einschätzt, dass der Euribor dadurch nicht mehr ausreichend repräsentativ würde, könnte sie die Bank zwingen, weiterhin am Panel teilzunehmen. Solche Maßnahmen würden jedoch vermutlich ein Ende des Euribors einläuten, ebenso würde wahrscheinlich die Einstellung des Parallel-Zinssatzes Libors negative Auswirkungen auf den Euribor haben.

Was Sie bei Verträgen mit direktem oder indirektem Bezug auf den Euribor beachten sollten

Beim Abschluss von Neuverträgen oder Anpassung von bestehenden Verträgen, die einen direkten oder indirekten Bezug auf den Euribor haben, ist es vor diesem Hintergrund ratsam, bereits jetzt eine robuste Rückfallposition für eine Einstellung des Euribors aufzunehmen und die Auswirkungen einer möglichen Einstellung des Euribors während der Vertragslaufzeit zu analysieren.

Bitte sprechen Sie uns an falls Sie Unterstützung bei der Umstellung ihrer Finanzierungs- oder Derivateverträge bzw. Anpassung der Dokumentation auch für bestehende Bewertungseinheiten haben.

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